Wie Farben auf uns wirken

Bei der Wohnraumgestaltung spielen Farben neben der Form oder Haptik eines Gegenstandes eine immense Rolle. Eigentlich jeder Mensch hat eine Lieblingsfarbe, bevorzugt bestimmte Farben oder fühlt sich von bestimmten Farben umgeben wohl. Denn Farben nehmen wir als Sinneseindruck wahr und verknüpfen mit ihnen ganz bestimmte Gefühle. Die sogenannte Farbenlehre beschreibt dabei, wie Farben auf uns wirken. Besonders die Farbenlehre nach Goethe hatte einen großen Einfluss.

Newtons Versuch

Ohne Licht keine Farbe

Licht spielt eine ganz wesentliche Rolle, wenn es um Farben geht. Durch Isaac Newton wissen wir heute, warum ein Regenbogen in seiner ganzen Farbpracht leuchtet. Denn Newton hatte durch Versuche herausgefunden, dass das Sonnenlicht aus verschiedenen Farben zusammengesetzt ist. Dazu nutzte er einen Lichtspalt und ein Prisma. Die durch den Spalt treffenden Lichtstrahlen werden – vereinfacht erklärt – vom Prisma gebrochen, sodass das weiße (Sonnen-)Licht in seine Farben zerlegt wird. So hatte Newton die Spektralfarben – die in weißem Licht enthaltenen farbigen Lichter – sichtbar gemacht. Licht ist also erforderlich, um Farben sehen zu können. Deshalb hängt unser Sehvermögen und das Wahrnehmen von Farben stark von den Lichtverhältnissen ab.

Goethe und die FarbenGoethes Farbkreis

Johann Wolfgang von Goethe beschäftigte sich seiner Zeit neben der Literatur besonders ausführlich mit Farben und ordnete seinen Erkenntnissen in diesem Bereich sogar einen höheren Stellenwert zu, als dem seines gesamten literarischen Schaffens. Dabei irrte er in vielerlei Hinsicht, denn er versuchte die Erkenntnisse Isaacs Newtons zu widerlegen. Seine Aussagen speziell zur Farbwahrnehmung erhielten dagegen viel Anerkennung und hatten großen Einfluss in der Kunst und der Psychologie.

Goethe ordnete in seinen wissenschaftlichen Arbeiten Farben bestimmte psychologische Gefühle zu. So beschrieb er beispielsweise Gelb als „prächtig und edel“ und „einen warmen und behaglichen Eindruck“ gebend. Ein „Gefühl der Kälte“ ordnete er dagegen der Farbe Blau zu.

Unsere beeinflusste Farbwahrnehmung

Nicht nur durch Forschungen wie die von Newton oder Goethe spielen Farben eine große Rolle in unserem Leben. Fest steht, dass Farben unterbewusst Einfluss auf unsere Stimmung nehmen. Das hat etwas mit individuellen Erfahrungen und Vorlieben zu tun, geht aber auch auf jahrhundertealte Überlieferungen zurück. Grundsätzlich ist die Wirkung einer Farbe erfahrungsspezifisch, kulturell und physiologisch bedingt. Im Laufe unseres Lebens lernen wir, dass bestimmte Dinge eine bestimmte Farbe tragen. So sind Zitronen gelb und Gurken grün. Diese Erfahrungen beeinflussen unsere Wahrnehmung von Farben. Kulturell bedingt gibt es zwischen den einzelnen Kulturen Unterschiede in der Farbwahrnehmung. Bei uns ist die Farbe der Trauer beispielsweise Schwarz, in China trägt man jedoch Weiß. Physiologische Farbwahrnehmungen sind auf der ganzen Welt gleich – Grün assoziieren Menschen beispielsweise überall mit Natur, Rot dagegen mit Feuer oder Blut.

Raumgestaltung mit Farben

Schlaufenschal in OrangeFarben beeinflussen nicht nur unser Wohlbefinden, sondern können auch räumlich bestimmte Wirkungen erzielen. So treten helle Farben vor dunklen Hintergründen hervor, dunklere Farben verschwinden dagegen nach hinten. Vor einem weißen Hintergrund verhält es sich umgekehrt: Dunklere Farben treten hervor, helle Farben scheinen räumlich weiter hinten zu liegen. Diese räumliche Wirkung von Farben beeinflusst zusätzlich zu anderen Faktoren unsere Farbwahrnehmung.

Wohlfühlen durch Farben

Unsere Wahrnehmung von Farben hat natürlich einen großen Einfluss darauf, wie wir unsere eigenen vier Wände einrichten und farblich gestalten. Wände, Möbel und Accessoires in verschiedenen Farben regen unsere Stimmung an, können auf uns beruhigend oder sogar erfrischend wirken. Unsere Stimmung ist also auch von unserer Umgebung beeinflusst, deshalb sollte man Farben zu Hause ganz bewusst einsetzen. Auch Gardinen gehören zur Einrichtung des Wohnbereiches. In farbigen Ausführungen bieten sie einen großen Vorteil gegenüber bunt gestrichenen Wänden, denn sie lassen sich schnell und unkompliziert auswechseln. Eine Wand neu zu streichen und dazu noch farbig, erfordert deutlich mehr Aufwand. Die Wirkung von Farben kann also ganz gezielt für unser Wohlbefinden eingesetzt werden.

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